Dieses obskure Objekt der Begierde

Bitte nur im Dunkeln gießen Abb. © Martina Becker

Objekt / Plastik / Installation

Mit Martina Becker

Ein Filmtitel liefert den Ausgangspunkt des Workshops: die Begeisterung für Dinge, deren Funktion, Aussehen oder Konstellation erst einmal Rätsel aufwirft. Der Workshop rückt Objekte, Plastiken und Installationen in den Fokus der kunstpraktischen Arbeit. Die TeilnehmerInnen setzen individuelle Themen und Ideen als solche um – von der Inszenierung einzelner Objekte zu einem künstlerischen Ganzen bis zu raumgreifenden Installationen. Fundstücke, Lieblingsfarben, Botanisches, Hassobjekte oder Technisches finden Verwendung. Auch Kombinationen mit Klang, Licht oder Bewegung können konzipiert werden. Es wird vor keinem Arbeitsrohstoff halt gemacht, um die Ideen zu realisieren: Materialien aus dem Alltag, Werkstoffe vom Baumarkt, Haushaltsprodukte und Recyclingmaterialien werden durch künstlerisches Upcycling in einen neuen Kontext überführt. Besprechungen in der Gruppe und individuelle Korrektur unterstützen die künstlerische Präzisierung und Verdichtung jedes einzelnen Ansatzes. Ideengebende Übungen erleichtern den Einstieg und Beispiele aus der Kunst verorten die eigene praktische Arbeit spielerisch in einen fachlichen Kontext.

Materialkosten: 35 Euro.
Am ersten Tag wird besprochen, was mitgebracht werden soll.

Workshopzeitraum: 17.–28.07.2017 (auf Anfrage auch einwöchig)

Anmeldung

Martina Becker führt als Künstlerin seit langem künstlerisch-partizipatorische Projekte durch. Es geht in ihren Projekten oft um gesellschaftliche Phänomene oder Stadt/ Natur und Umwelt (Upcycling). Auch wird darin untersucht, wie eine weitreichende und eigenverantwortliche Beteiligung von Nicht-KünstlerInnen an professionellen Projekten bei hoher künstlerischer Qualität möglich ist. Neben diesen Projekten/ Installationen arbeitet Becker mit Objekten, Zeichnung und Fotografie. Die Installation „Bitte nur im Dunkeln gießen“ wurde auf der Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer realisiert. Auf den ersten Blick wirkt es, als werde dieses Gewächshaus zur Kultivierung exotischer tropischer Pflanzen benutzt.

Irritationen beim Betrachter entstehen beim Näherkommen: schon lange scheint sich niemand mehr um die Pflanzen zu kümmern. Oder betreibt hier ein Gärtner experimentelle Forschungen? Es gibt Objekte, die scheinbar eine Urform bilden. Aus ihnen sprießen pflanzliche Wucherungen, die sich teilweise zu prächtigen Blüten auswachsen – manche Gewächse scheinen das Glashaus fast zu sprengen. Materialien aus dem Alltag werden mit Werkstoffen aus dem Baubereich zu überraschenden Kombinationen kombiniert. Einige Pflanzen bewegen sich bei Lichteinstrahlung, andere leuchten bei Einbruch der Dämmerung.

Martina Becker | geb. 1964 in Großburgwedel. Meisterschülerin HBK Braunschweig / Freie Kunst. Zahlreiche Ausstellungen und Projekte. Lebt und arbeitet in Berlin. Seit vielen Jahren Dozentin der Sommerakademie Bremen.
www.martinabecker.de