Archiv 2017


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

20. SOMMERAKADEMIE BREMEN vom 17. bis 28. Juli 2017

Die Sommerakademie Bremen ist ein temporäres Ereignis, an dem kunstinteressierte Menschen in einen umfassenden künstlerischen Prozess eintauchen: von Kunstneulingen, Autodidakten/innen, Studierenden bis zu (Semi-)Profis – von jung bis im besten Alter. Die besondere Mischung aus künstlerischer Weiterbildung, aktivem Urlaub und einer Akademie der Bildenden Kunst als Experimentierfeld und Freiraum bietet vielfältige Anknüpfungspunkte: endlich mit dem Zeichnen beginnen, die Mappe für die HfK fertigmachen, Korrektur von Profis erhalten, eine eigene Idee entwickeln, sich voll uns ganz auf die Umsetzung konzentrieren können, den Kopf auf ungewöhnliche Weise anstrengen, im Austausch sein …

Kunst / Urlaub / Austausch / Sommer / Input / Machen – die Workshops richten sich sowohl an Kunstneulinge als auch an fortgeschrittene Kunstbegeisterte, die eine intensive Arbeitsphase im Sommer suchen; im Austausch mit anderen in anregender Atmosphäre und bereichert durch abendliche Inputs. Ein interessantes Gespräch bei einer guten Tasse Kaffee darf dabei nicht fehlen..

Das Programm umfasst ein- und zweiwöchige Workshops. Es gibt Stipendienplätze für junge Menschen (begrenzte Plätze). Zum Abschluss gibt es eine öffentliche Präsentation in den temporären Ateliers. Die Teilnahme wird mit einem Zertifikat bestätigt. Das öffentliche Kulturabendprogramm bereichert und inspiriert mit Vorträgen, Atelier- und Galeriebesuchen, Filmen und Seminaren zur Bildenden Kunst.
Im Innenhof wird LüttKöökHuus wieder eine kulinarische Oase einrichten – von Mittagstisch über Quiche bis Kaffee!

/Der Ort

In Kooperation mit dem Verein 23 veranstaltet KUBO die Sommerakademie Bremen 2017 zum dritten mal in den Gleishallen des Künstlerhauses Güterbahnhof: das großzügige Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs beherbergt eine Vielzahl an Künstler/innenateliers, Ausstellungsorten, Musik- und Theaterbühnen sowie Räumen für diverse Präsentationen im kulturellen Kontext. Eine Atmosphäre von Aktivität und Experiment liegt über dem ganz und gar nicht kommerzialisierten Kulturfreiland: es liegt so zwischen den Gleisen, dass es einen Inselcharakter entwickelt hat, der sich deutlich von geordneten Kulturverhältnissen einer typischen Kunstmeile unterscheidet.
Die Workshops sind auf den ungewöhnlichen Ort abgestimmt, die Teilnehmer/innen werden in ihrer Auseinandersetzung mit der Kunst von der inspirierenden Umgebung profitieren, auch wenn man hier nicht auf gepolsterten Stühlen sitzen kann — oder gerade deswegen. Die Sommerakademie Bremen findet unter dem einen großen Dach der Gleishallen statt, die der Öffentlichkeit z.B. durch den Kunstfrühling vertraut sind. Am alten Bahngleis, in den weißen Ausstellungskojen, vor dem alten Rolltor oder auf der großen Ladeplattform — es findet sich für jeden Workshop ein geeigneter Platz, um in Ruhe arbeiten zu können. Blickachsen und Schnittstellen der Wege verbinden die Workshops in der räumlichen Großzügigkeit der Hallen.
Das Gelände befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, Bürgerpark und zur Innenstadt. Parkplätze gibt es vor Ort und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm: Café mit Mittagstisch, Ausführungen zur Kunst, Atelierrundgänge, Seminare und Vorträge …

/Die Veranstalter

Die Sommerakademie Bremen wird seit 19 Jahren vom Kunsthaus KUBO veranstaltet: Kunsthaus KUBO, Beim Paulskloster 12, 28203 Bremen, Tel: 0421 76026, box@kubo.de

Hier kannst Du die aktuelle Broschüre der 20. Sommerakadmie Bremen runterladen: SOAK Broschüre 2017 runterladen
Hier kannst Du die Anmeldung zur 20. Sommerakademie Bremen runterladen: SoAk2017_Anmeldung
 

/Workshops 2017

Alle Workshops laufen im Zeitraum vom 17. Juli bis 28. Juli 2017 parallel im Güterbahnhof Bremen – manche sind einwöchig, andere zweiwöchig.
Die Workshopkernzeit ist 10 bis 17 Uhr, die Wochenenden sind frei.
BEITEL SONNENSCHEIN – Holzbildhauerei / Markus Keuler / zweiwöchig 17. – 28.07.2017
DIESES OBSKURE OBJEKT DER BEGIERDE – Objekt, Plastik, Installation / Martina Becker / zweiwöchig 17. – 28.07.2017
AKADEMISCHES ZEICHNEN – Kopf und Portrait / Claus Haensel / einwöchig 24. – 28.07.2017
LUFTSCHUBSEN – Stimme, Klang, Geräusch / Gabriele Hasler / einwöchig 24. – 28.07.2017
HEARTBREAK HOTEL – künstlerisches Praxisprojekt / Hermanus Westendorp / zweiwöchig 17. – 28.07.2017
KRAFTWERK STEIN – Steinbildhauerei / Johann Behrends / einwöchig 17. – 21.07.2017 oder zweiwöchig 17. – 28.07.2017
ART JOURNAL – vom Skizzenblock zum Kunsttagebuch / Isabel Valecka / einwöchig 17. – 21.07.2017
VIEQUES – Malerei / Sabine Wewer / zweiwöchig 17. – 28.07.2017
DAS IST WIRKLICH MEINE WAHRHEIT – Fotografie / Caspar Sessler / zweiwöchig 17. – 28.07.2017
EIN STRICH, EIN HAUCH UND ZEHNTAUSEND DINGE – Chinesische Tuschemalerei / Bo Su / einwöchig 24. – 28.07.2017

Beitel Sonnenschein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Markus Keuler, Etepetete Abb.© Markus Keuler

HOLZBILDHAUEREI
Mit Markus Keuler

Im Workshop der Sommerakademie Bremen kann in Zusammenarbeit mit Markus Keuler die eigene Vorstellungen einer Holzskulptur entwickelt und umgesetzt werden – ob figürlich oder abstrakt. Es steht eine Auswahl an Holzstämmen (verschiedene Größen und Holzarten) und Arbeitsmaterialien zur Verfügung, professionelles Werkzeug gibt es vor Ort. Keuler unterstützt den individuellen Entstehungsprozess von der Ideenfindung, der Skizze und dem Umsetzen der Holzskulptur in Einzel- und Gruppengesprächen. Es stehen zwei intensive Arbeitswochen zur Verfügung, um den individuellen Weg zwischen Improvisation und Planung zu finden und die plastische und räumliche Vorstellungskraft an der Wirklichkeit des Holzes zu messen. Kunstneulinge sowie Fortgeschrittene sind herzlich willkommen.
Materialkosten: 40 Euro
Workshopzeitraum: 17.–28.07.2017

Markus Keuler arbeitet seit vielen Jahren an figürlichen Skulpturen, die dem Betrachter mit starker körperlicher Präsenz begegnen. Ihr intensiver, manchmal wesenhafter Ausdruck steht dabei in Kontrast zu der starken Vereinfachung der Formen und der groben Bearbeitung des Holzes. Sein Vorgehen beschreibt Keuler als dauerndes Aufräumen im Durcheinander: ordnen, zusammenfassen und Überflüssiges wegschlagen sind für ihn genauso wichtig wie das Entstehen eines neuerlichen Durcheinanders, das die bisherigen Lösungen wieder in Frage stellt.

Gerade bei den jüngeren Arbeiten wird ersichtlich, dass die entstehenden Ordnungsmodelle immer Versuchscharakter behalten: hier werden vermeintlich fertige Arbeiten, die aus einem Stück entstanden sind, wieder geöffnet und Teile eingesetzt. Auf diese Weise und in Verbindung damit, dass seine Skulpturen eine physiognomische Ähnlichkeit zu Menschen mit Down-Syndrom aufweisen, entstehen ganz eigenständige Arbeiten, die uns als Anregung zur Überprüfung unserer konventionellen Sichtweise begegnen wie bei seiner Skulptur Etepetete.

Markus Keuler | geb 1969, Ausbildung zum Tischler, 2007 Meisterschüler HfK Bremen / Prof. Altenstein, seit 2007 Lehrtätigkeit u.a. Gerhard-Marcks-Haus Bremen, lebt und arbeitet in Bremen. Seit vielen Jahren Dozent der Sommerakademie Bremen.
www.markus-keuler.de

Akademisches Zeichnen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Claus Haensel „Portrait C.P.“ Kaltnadel und Aquatinta auf Zink, 287 x 208 mm Abb. © Claus Haensel

AKADEMISCHES ZEICHNEN KOPF UND PORTRAIT
Mit Claus Haensel

Zeichnen ist eine große Kunst – wir nähern uns in kleinen Schritten. Im Workshop werden die zeichnerischen Grundlagen über das (kleine) 1×1 der Künstleranatomie vermittelt mit Fokus auf den Kopf und das Portraitzeichnen. Gezeichnet wird nach Modell. Vermeintliche akademische Perfektion ist zweitrangig. Im Vordergrund stehen Sehen und Verstehen von Proportion, Anatomie und Perspektive durch Übungen mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen und Materialien. Begleitet werden die praktischen Anteile durch Beispiele aus der Kunstgeschichte. Claus Haensel unterstützt jede/n TeilnehmerIn individuell und gibt auf Wunsch Korrektur. Die Zwischenergebnisse werden in anregender aber entspannter Atmosphäre in der Gruppe besprochen.

Material- und Modellkosten: ca. 40 Euro
Workshopzeitraum: 24. bis 28.07.2017

Claus Haensel ist Maler, Fotograf und Zeichner. Diese Bereiche der Bildenden Kunst bereichern sich in seinem Werk wechselseitig. Sujet seiner oft großformatigen Bilder sind Frauen, Architektur und Landschaft. Zeichnerisch kommt er aus der klassischen Schule Gottfried Bammes,bei dem Haensel Meisterschüler im Fachbereich Künstleranatomie in Dresden war. Nach der Emeritierung Bammes hat er z.T. dessen Veranstaltungen an Hoch- oder Fachschulen übernommen. Die Abbildung zeigt Haensels Arbeit „Portrait C.P.“ – eine Radierung, die noch in seinen Studienzeiten entstanden ist.

Claus Haensel | Studium an der Fakultät für Bildende Kunst Dresden sowie Hochschule für Bildende Künste Dresden – Fachbereiche Grafik und Wandmalerei. Ab 1968 postgradual am Institut für Architektur und Baugebundene Kunst in Berlin Weissensee. Seit 1984 lebt und arbeitet Haensel in Bremen. Ausstellungen im In- und Ausland, Teilnahme an Biennalen/Triennalen für Handzeichnungen und Druckgrafik. Baugebundene Aufträge DDR und Bundesrepublik. Seine Arbeiten sind im Besitz von Museen in Deutschland und im Ausland. Claus Haensel ist Mitinitiator der Sommerakademie Bremen.

Heartbreak Hotel

 

 

 

 

 

 

Hermanus Westendorp, Hotel, Abb. © Hermanus Westendorp

KÜNSTLERISCHES PRAXISPROJEKT
Mit Hermanus Westendorp

Well, since my baby left me,
I found a new place to dwell,
It’s down at the end of lonely street,
at Heartbreak Hotel.

Ein achttaktiger Blues, aufgenommen im Januar 1956 von Elvis Presley und Anfang einer Epoche. Das Lied enthält alle Ingredienzen jener zeitlosen Geschichte, die sowohl in Groschenromanen, nobelpreisgekrönter Literatur, im Holywood-Melodram als auch im anspruchsvollen Autorenfilm immer wieder neu erzählt wird. Es ist die Geschichte vom Heartbreak Hotel. Dem Hotel der gebrochenen Herzen am Ende der Straße – always crowded – immer überfüllt. Obwohl es dieses Hotel in Wirklichkeit nie gegeben hat, besteht es bis heute weiter als fiktiver Ort der Begegnung, wo Erzählungen vom Kommen und Gehen, Begegnen und Verlassen ausgetauscht werden.

Im Workshop bildet dieses imaginäre Heartbreak Hotel den Rahmen, in dem die TeilnehmerInnen ihre persönlichen Beobachtungen und Ideen über den Lauf der Dinge mit eigenen künstlerischen Formulierungen entwickeln. Menschen, Objekte und Situationen, Geschichten oder Reportagen – für all dies ist das Heartbreak Hotel Startpunkt der individuellen praktischen Arbeit. Das Sentimentale ist dabei genauso möglich wie das Ernste, Skurrile, Nachdenkliche oder Beiläufige. Die künstlerischen Medien und Ausdrucksformen können frei gewählt werden, z.B. Zeichnung, Malerei, Fotografie, Video, Text und deren Kombinationen.

Die Entwicklung der jeweiligen Ansätze, Konzepte und Ergebnisse werden individuell begleitet und in der Gruppe besprochen. Dabei werden sowohl die Arbeiten, als auch die für ihre Entstehung relevanten Kontexte und Verfahren thematisiert. Was wollte ich machen? Wie ist es geworden? Welche Bezüge gibt es? Welche Variationen sind möglich? Kurzseminare, Filme und Beispiele aus der Gegenwartskunst begleiten die Projektarbeit.

Materialkosten: 15€
Bitte mitbringen: Alles worauf und womit sich zeichnen, malen oder schreiben lässt. Papier, Pappe, Notizbücher, Farbe, Farbstifte, Filzschreiber, Bleistifte usw.
Workshopzeitraum: 17.–28.07.2017 (auf Anfrage auch einwöchig)

Hermanus Westendorp malt, zeichnet und schreibt. Er ist davon überzeugt, dass Wirklichkeit eine Geschichte ist, die man sich selbst erzählt und dass Kunst für dieses Erzählen das geeignete Medium ist. Sein Werk umfasst zum einen großformatige Malerei diverser Werkgruppen, die von den Möglichkeiten der Malerei als Medium der Oberfläche und Materialität handeln.
Zum anderen arbeitet Westendorp gegenständlich orientiert. In der Regel werden kleinere Arbeiten zu großen Bildtableaus oder Bildbüchern mit einem erzählerischen Duktus zusammengefasst. In seinem Arbeitszyklus Hotel erstellt er auf kleinen Bildträgern aus Kunststoff und Pappe mit Filzschreibern, Ölfarben, Klebe- und Büromaterialien Porträts von Hotelaufschriften.

Hermanus Westendorp, geboren 1947 in Rotterdam, Niederlande. Studium der Freien Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart. Von 1987 bis 2013 Professor für Malerei an der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg bei Bremen.
Wohnt und arbeitet in Blender, Niedersachsen.
www.hermanus-westendorp.de

Art Journal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Isabel Valecka, div. Arbeiten (Anschnitt), Abb. © Ka. Jahn

VOM SKIZZENBLOCK ZUM KUNSTTAGEBUCH
Mit Isabel Valecka

Skizzenbücher halten Kleinigkeiten fest an denen das Auge sonst vorbeiwandert: Blicke, Gesten, Licht und Schatten, unbeachtete Szenerien – lebendig skizziert statt detailiert ausgearbeitet. Aber auch Phantasien, Träume und Erdachtes sind in der Intimität des Buches gut verwahrt. Die TeilnehmerInnen binden eigene Skizzenhefte aus verschiedenen Materialien, von hochwertigem Papier bis zu Alltagsmaterial – je nach Intention oder Intuition. Das Buch füllt sich mit Geschriebenem, Gezeichnetem, Genähtem, Persönlichem und Gefundenem.
Als Gruppe erforschen wir mit Stift und Pinsel ausgesuchte Orte Bremens, wie z.B. Marktplatz, Bahnhof oder Bürgerpark, um zu skizzieren, zu sammeln und inspiriert zu werden. Heimgekehrt in das Güterbahnhof-Atelier werden die gewonnenen Eindrücke weiter be- und verarbeitet. So entstehen individuelle Art Journals und Kunsttagebücher. Anleitungen und Übungen zu Techniken, künstlerischen Konzepten, Motivwahl usw. werden individuell vermittelt und regen die eigene Arbeit an. Besprechungen in der Gruppe und Beispiele aus der Kunst erweitern den Workshop.

Materialkosten: ca. 25 Euro
Workshopzeitraum: 17.–21.07.2017

Isabel Valecka ist Malerin, Zeichnerin und Objektkünstlerin. Zentraler Ausgangspunkt ihrer Arbeit sind Figuren,Tiere, Wesen, die Valecka aus ihrem ursprünglichen Kontext löst und im künstlerischen Prozess in skurrile Situationen und neue Zusammenhänge überführt. Häufig arbeitet sie mit Mischtechniken, collagiert und druckt. Valecka malt immer auch mit einem Augenzwinkern, zeigt wie Kunst mittels Ironie Distanzierung schafft, verwirrt, ein Schmunzeln entlockt und in eine Welt führt, in der keine Beschränkungen gelten
und ein Wechsel der Perspektive möglich ist. Zu den Bildern treten Kleinplastiken obskurer Figuren aus Materialien wie Wachs, Seidenstrümpfen, Leder oder Haaren, die gleichzeitig fremdartig und fragil wirken. Der Spaß am Materialmix und dem Erforschen dessen Wirkungen ist Valeckas Arbeit immanent. Das zeigt auch ihr fortwährendes Interesse an Skizzenbüchern und Kunsttagebüchern und deren künstlerischer Gestaltung.

Isabel Valecka geb. 1961 in Wuppertal, Studium Malerei HfK Bremen,1994 Meisterschülerin, seit 1998 künstlerische Mitarbeiterin der Galerie des Westens, seit 1999 Lehraufträge für Malerei, Zeichnung, Objekt Hochschule Bremen / Wissenschaftliche Weiterbildung, regelmäßige Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, lebt und arbeitet in Bremen.
www.valecka.de

Vieques

 

 

 

 

 

 

 

 

Sabine Wewer, Vieques V (Ausschnitt), 2017, Abb. © Sabine Wewer
MALEREI
Mit Sabine Wewer

Im Workshop wird die malerische Kombination von Abstraktem und Figurativem ausgelotet. Farbe, Licht und Schatten werden mit Techniken der Acryl- und Ölmalerei erforscht. Die genauen Beobachtungen von Gegenständen, Landschaften oder Menschen werden in experimentelle malerische Studien eingebunden, die jeweils zur eigenen Bildsprache führen, um individuelle bildnerische Ideen und Visionen umzusetzen. AnfängerInnen und Fortgeschrittene sind willkommen.

Materialkosten: 65 Euro
Workshopzeitraum: 17.-­ 28.07.2017 (auf Anfrage auch einwöchig)

Wewer ist Meisterin des Geschichtenerzählens. Diese drücken sich in Bildserien aus z.B. von unbewohnten Häusern oder Schiffen, von Jugendlichen, Tieren, Flugversuchen oder verschlungenem Wurzelwerk. Wewer kombiniert oft mehrere Erzählstränge wie Vignetten, die gegeneinander gesetzt werden, um so mystische Parallelwelten zu schaffen in der Menschen schweben, Achterbahnen magische Bedeutung bekommen oder Unterwasserwesen eine Landschaft durchschwimmen – wie in ihrer abgebildeten Arbeit „Vieques V“.In Sabine Wewers Gemälden ist die Grenze von Abstraktion und Figuration ebenso aufgehoben wie diejenige zwischen Wirklichkeit, Traum und Fiktion sowie von Malerei und Zeichnung. Viele Bildfindungen stehen in der Tradition des Surrealismus mit bilderrätselartigen Kombinationen z.B. von Händen, Vögeln und filigranem Ornament vor kargen Landschaften. Diese erinnern an Bilder von René Magritte oder erzählen von Reisen in ferne Länder – inspiriert u.a. von Männern aus Wewers Familie, die zur See gefahren sind.

Sabine Wewer | geb. 1960 in Bremen.1993-2004 Lehrauftrag für experimentelle Malerei Hochschule Hannover Kunst/Design, 2004-2007 Professur für Malerei, HKS Ottersberg, 2008 Lehrauftrag Design-Factory Hamburg, 2015 Wohn/Arbeitsstipendium, Heinrich-Böll-Cottage, Achill Island, Heinrich Böll Association, Irland, 2016 Video-Dokumentation über matriarchaleTanzrituale indigener Frauen in Mexiko, Bühnengestaltung der Tanzperformance „Molly Bloom“ des Dance -Lab Prag. Lebt und arbeitet in Bremen, Heiligenrode-Stuhr und New York.
www.sabine-wewer.de

Das ist wirklich meine Wahrheit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Caspar Sessler, Die Bewegung, 2016, 1.9×2.5m Abb. © Caspar Sessler
FOTOGRAFIE
Mit Caspar Sessler

Der Fotografieworkshop startet mit fotografischer Praxis zu Ideenfindung, Technik und unterschiedlichen Genres und zielt im Anschluss auf die Entwicklung individueller “fotografischer Wahrheiten”.
Thematischer Ausgangspunkt ist das Wort des Jahres 2016, das durch Zeitgeschehen, Medien und Politik geistert: postfaktisch – also die gefühlte Wahrheit. Im postfaktischen Zeitalter wiegen gefühlte Wahrheiten und spekulative Zusammenhänge schwerer als belastbare Fakten. Das Verhältnis von Fotografie und Wahrheit ist schon lange (immer?) ein ambivalentes, die Diskussion über dieses Verhältnis so alt wie die Fotografie. Was bedeutet nun die jüngste Verschiebung der Gewichtung von Glauben und Wissen für die Fotografie? Welche Rolle spielen dabei die sog. sozialen Medien? Und wie bekommen Fotos überhaupt Gefühle?Fotografische Fingerübungen als Start in den Workshop fokussieren den fotografischen Blick, den Umgang mit der Technik sowie individuelle Fragen. Touchiert werden Genres wie Portrait-, Studio- oder Sachfotografie. Komplexer werdende Tagesaufgaben bilden den gesamten Arbeitsprozess von Bildidee, Planung, Umsetzung, Bildauswahl, Bildbearbeitung und Ausgabe ab. Neben der vom Künstler betreuten Einzelarbeit ist die gemeinsame Besprechung der Bildfindungen elementarer Bestandteil des Workshops.
In der zweiten Workshopwoche dreht sich alles um die eigene künstlerische Arbeit. In einem Rhythmus aus Impulsvorträgen, freier Arbeitszeit und gemeinsamen Besprechungen entwickelt jede/r Teilnehmer/in eine eigene fotografische Wahrheit. Diese kann sich auf die postfaktische Diskussion in politischer, gesellschaftlicher, künstlerischer oder technologischer Dimension beziehen – oder aber bestehende Arbeitsansätze fortführen.

Materialkosten: ca. 30 €
Bitte mitbringen: fotografisches Basiswissen sowie eine eigene Kamera, die manuelle Einstellungen erlaubt.
Workshopzeitraum: 17.–28.07.2017

Caspar Sessler ist als Fotograf sowohl in der angewandten Fotografie als auch in der Kunst zu Hause. Sesslers freie Arbeiten kreisen häufig um gesellschaftlich-politische Themen wie Veränderung und Fortschritt. Unter dem Arbeitstitel »St. Anger«, aus der die abgebildete Arbeit stammt, untersucht er die »Banalität des Bösen«, ihre Mechanismen der Macht, ihre Psychologie sowie selbstreflektierend, die eigene menschliche Grenze von Gut & Böse. Wo liegen die Schwelle und das eigene Potenzial von schlecht gelaunt und wütend sein hin zu der Zuschreibung zu einem schlechten oder gar bösen Menschen? “Die Bewegung” zeigt eine Pegida Demonstration auf dem Dresdener Marktplatz aus dem Jahr 2016, die als Collage einzelner kleinformatiger Fotografien ein großes Bild (1,9 x 2,5 m) der rechtspopulistischen Organisation liefert und gleichzeitig das Momentum Zeit, das Medium Fotografie und inhaltliche Fragen auch in der Form reflektiert.
1»Das ist wirklich meine Wahrheit, die ich hier erzähle.« Sylia S. Aussage im Prozess gegen Beate Zschäpe und den NSU bringt den heutigen Stellenwert von belegbaren Fakten unfreiwillig präzise auf den Punkt: S. betonte hartnäckig, dass sie weder die politischen Ansichten noch die Absicht hinterfragt habe, warum Beate Zschäpe ihre Krankenkassenkarte gekauft habe – weil sie generell nie etwas hinterfrage.

Caspar Sessler I Jahrgang 1982, Studium in Mannheim und Bremen, seit 2016 Dozent für Fotografie an der DHBW-Mannheim, seit 2013 Dozent für Digitale Mediengestaltung an der Kunstschule Wandsbek Bremen, 2016 Berlin-Stipendium des Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen, 2014/2015 Workshop »private/public« in Riga & Bremen, vielfältige Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, lebt und arbeitet in Bremen.
www.casparsessler.com

Ein Strich, ein Hauch und zehntausend Dinge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. © Bo Su
CHINESISCHE TUSCHEMALEREI
Mit Bo Su

In diesem Workshop werden die traditionellen Techniken und Motive der chinesischen Tuschemalerei vorgestellt. In der Einführung geht es um die vier Schätze dieser Technik: Pinsel, Tusche, Papier und Tuschstein. Praktische Experimente lassen die künstlerischen Möglichkeiten und die daraus resultierenden vielseitigen Effekte erfahrbar werden. Nach dem Kennenlernen der Grundlagen entstehen abwechslungsreiche Motive: Pflanzen, Tiere, Menschen und selbst Gegenstände werden auf dem Papier lebendig.
Was kann ein Pinsel alles ausdrücken? Wie kann man sich selbst durch den Pinselstrich kennenlernen? Chinesische Tuschemalerei ist nicht nur eine bestimmte Maltechnik. Vielmehr geht es auch um die Schulung des Geistes und der unmittelbaren Wahrnehmung. Im Unterschied zur westlichen Bildtradition gehören oft Schrift und Stempel zur Bildkomposition dazu. Unter individueller Anleitung können durch Kombination von Wort und Bild visuelle Gedichte entstehen. Gearbeitet wird mit traditionellen Werkzeugen und Materialien (Chinesische Pinsel, Tinte, Seidenpapier usw.), die vom Künstler für den Workshop zusammengestellt werden.

Materialkosten: ca. 40 €
Workshopzeitraum: 24.–28.07.2017

Bo Su ist Fotograf, Maler und Bildhauer. In seinen Arbeiten sucht er nach den wundersamen Momenten in der Normalität des Alltags. Welche Schönheit liegt in dem scheinbar so Kleinem und Unbedeutendem? Über Beobachtungen am Rande vermeintlicher Nichtigkeiten findet er zu Geschichten, von deren Größe und Weite kaum jemand geahnt hätte. Ob mit Licht, Farben oder plastischem Material notiert er die Fantasien, die sich an den alltäglichen Dingen entzünden. Aus Farbe, Form, Muster, Licht und Stimmung schafft Bo Su poetische Kompositionen, die zum Nachdenken über das Verhältnis von Sein und Nichtsein, von Fiktion und Wirklichkeit einladen.

Bo Su | 1978 geboren in Xi´an (Provinz Shaanxi, China), Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Xi´an (China), FH Ottersberg sowie an der Hochschule für Künste Bremen – Meisterschüler bei Paco Knöller. Lebt und arbeitet in Bremen. Ausstellungen im In- und Ausland.
www.subo-art.com

Rahmenprogramm
/DAS KULTURABENDBROT

Das öffentliche Kulturabendprogramm bereichert und inspiriert! Für alle, die Gedanken rund um Kunst ankurbeln, sich austauschen / mitteilen / nachfragen wollen, die Kunst und Kultur aktiv mitgestalten und auch mal entspannt auf sich wirken lassen wollen, um neue Impulse für das eigene künstlerische Tun geschenkt zu bekommen.
Bring your friends! Der Hut geht rum …

Täglich 12:45 bis 13:15 Uhr
KONZERT„TÄGLICHKEITEN“ Solokonzert von Gabriele Hasler Stimme/Klangerzeugerin
Gabriele Haslers Experimente beleuchten die Möglichkeiten der Stimme bis in den letzten Winkel. Aus einzelnen Silben, Klängen, Tonfetzen wird spielerisch Musik. Dazu kommt Haslers Humor, mit dem sie ihre Forschungstätigkeit immer wieder erdet. Ihr Ausgangsmaterial findet sie im Alltäglichen.
www.gabrielehasler.de
Treffpunkt: 12:45 Uhr in der Mitte der Gleishallen.

Dienstag 18.07.2017, 17:30–19 Uhr
ATELIERBESUCHE KÜNSTLERHAUS GÜTERBAHNHOF

Künstler/innen aus dem Künstlerhaus Güterbahnhof laden zum Besuch ins Atelier: im Gespräch mit Kuratorin Ele Hermel geben sie Einblick in ihre künstlerische Arbeit und den Arbeitsort. Im Anschluß ist Zeit, um an einem Gespräch mit Detlef Roth (KUBO) über 20 Jahre Sommerakademie Bremen und Notizen zur Kulturpolitik in Bremen teilzunehmen.
Treffpunkt: 17:30 Uhr Eingang der Gleishallen.

Mittwoch 19.07.2017, 17:30–19 Uhr
VORTRAG „Was die Malerei von der Fotografie gelernt hat“ — Vortrag von Dr. Detlef Stein

Kunsthistoriker Detlef Stein referiert über das Verhältnis der Malerei zur Fotografie (und andersum) anhand eindrücklicher Beispiele aus 150 Jahren Kunstgeschichte. Stein hat Kunst- und Kulturwissenschaften und Geschichte an der Universität Bremen studiert. Er arbeitet als freier Mitarbeiter an der Weserburg sowie an der Kunsthalle Bremen.
Treffpunkt: 17:30 Uhr in der Mitte der Gleishallen.

Donnerstag 20.07.2017, 17:30–20 Uhr
WILDKRÄUTERSEMINAR „Mehr Kunst als künstlich!“ – Kulinarisches Seminar mit LüttKöökHuus

LüttKöökHuus steht für eine einfache, ehrliche und bodenständige Küche – modern, kreativ und unglaublich lecker! Sie verarbeiten Wildkräuter statt künstlicher Aromen in überraschenden Kombinationen und zeigen wie’s schmeckt: im Seminar bereiten die TeilnehmerInnen eigene kulinarische Kreationen von norddeutschem Pesto und Wildkräuterlimonaden bis zum gaumenschmeichelnden Gewürzöl. Sie werden zum Mitnehmen in die heimische Küche kunstvoll verpackt. Ausgangspunkt ist die Verkostung der puren Kräuter von Green Goods aus Wilstedt – Kunstgeschmack ist hier ausgeschlossen.
Bitte mitbringen: Schneidebrett + scharfes Messer
Beitrag: 25 Euro p. P. (TN & extern)
Treffpunkt: 17:30 Uhr im Café in der Mitte der Gleishallen.
Anmeldung: box@sommerakademie-bremen.de oder KUBO 0421 76026

Dienstag 25.07.2017, 17:30–19 Uhr
GESPRÄCH Über Lebensmodelle von Künstler/Innen

Im Gespräch berichten Künstlerinnen und Künstler (Bildende Kunst) von ihren Strategien, Visionen, Fallen, Netzwerken und Erfahrungen rund um das KünstlerInnenleben in Bremen – was bedeutet es und wie inden sie sich zurecht? Welche Rolle spielen Künstlerhäuser, Förderer, Kulturpolitik und was, wenn die Kunst unverkäuflich ist? Fragenstellen erwünscht: von bierernst bis heiter!
Treffpunkt: 17:30 Uhr im Café in der Mitte der Gleishallen.

Mittwoch 26.07.2017, 17:30 bis 19 Uhr
SEMINAR Guided tour „Die Rohrpost“ – Exploration, Begehung und Film, T U L-Seminar mit Gertrud Schleising

Transport ist vor Umschlag und Lagerung der erste der drei logistischen Hauptprozesse. Beim Transport von Gütern oder Personen werden Räume überbrückt, Lagerung hingegen dient der Überbrückung von Zeit. Die TeilnehmerInnen lernen verschiedene Transportsysteme kennen. In Einzel- und Gruppenarbeit werden eigene Transportstrategien entwickelt und kommuniziert – alles mit Mitteln der Bildenden Kunst.
Treffpunkt: 17:30 Uhr im Café in der Mitte der Gleishallen.
Anmeldung: box@sommerakademie-bremen.de oder KUBO 0421 76026

Freitag 28.07.2017, 15 bis 18 Uhr
ÖFFENTLICHE PRÄSENTATION

Die Präsentation ist eine Sichtbarmachung der zurückliegenden Arbeitsprozesse der verschiedenen Workshops. Sie wird von den DozentenInnen gemeinsam mit den TeilnehmerInnen ausgerichtet.
In einem geführten Rundgang werden die temporären Ateliers besucht. Eingeladen sind alle Interessierte.

/NEBENHER UND MITTENDRIN

Die Erfrischung nach dem Mittag: „Täglichkeiten“ Solokonzert von Gabriele Hasler täglich jeweils 12:45 bis 13:15 Uhr.

Manchmal hilft auch ein Powernap, eine Runde Tischtennis oder ein Schwung in die Höhe der Hallen, um die eigene künstlerische Arbeit voran zu bringen: Schaukel, Liegestühle am Kunststrand, Tischtennisplatte und mehr stehen bereit.

/DIE SOMMERSAUSE
Am Freitag 21.07.2017 feiern wir SOMMERSAUSE – Das heitere Bergfest für TeilnehmerInnen und DozentInnen feiern wir am Freitag 21.07.2017. Ein interner Abend zum Kennenlernen, Austauschen, Essen und
Entspannen. Bitte bringt Leckereien für die große Tafel mit …

/DER PROVIANT
LüttKöökHuus statten das Café und kommunikative Herzstück in der Mitte der Gleishallen mit kulinarischem Angebot aus: Snacks, guter Kaffee und zwischen 12:30 und 14:00 Uhr gibt es denLütt logo leckeren Mittagstisch! Zwei Gerichte stehen zur Auswahl – immer regional, saisonal und lecker. Mit der Picknick-Pauschale auch unschlagbar günstig (siehe Anmeldung)! Es gibt Sitzplätze zur gemeinsamen Kunstpause unter freiem Himmel, aber auch im Innenbereich.