Archiv 2016

/19. Sommerakademie Bremen 27.06. bis 08.07.2016

Kunst / Urlaub / Austausch / Sommer / Input / Machen – die Workshops richten sich sowohl an Kunstneulinge als auch an fortgeschrittene Kunstbegeisterte, die eine intensive Arbeitsphase im Sommer suchen; im Austausch mit anderen und bereichert durch abendliche Inputs.
Das Programm umfasst ein- und zweiwöchige Workshops. Es gibt Stipendienplätze für junge Menschen (begrenzte Plätze). Zum Abschluss gibt es eine öffentliche Präsentation in den temporären Ateliers. Begleitend findet ein Programm für Kinder und Jugendliche statt. Das öffentliche Kulturabendprogramm bereichert und inspiriert mit Vorträgen, Atelier- und Galeriebesuchen, Filmen und Seminaren zur Bildenden Kunst. Es gibt ein Café mit herrlichem kulinarischen Angebot.

/Der Flyer
Die Broschüre zur 19. Sommerakademie Bremen liegt vielen Stellen in Bremen und umzu aus und kann auf Nachfrage an box@sommerakademie-bremen.de per Post verschickt werden. Die Broschüre zum Download: 19.Sommerakademie Bremen Flyer

/Der Ort
In Kooperation mit dem Verein 23 veranstaltet KUBO die Sommerakademie Bremen zum zweiten mal in den Gleishallen des Künstlerhauses Güterbahnhof: das großzügige Gelände des ehemalige Güterbahnhofs beherbergt eine Vielzahl an Künstler/innenateliers, Ausstellungsorten, Musik- und Theaterorten sowie Räumen für diverse Präsentationen im kulturellen Kontext. Eine Atmosphäre von Aktivität und Experiment liegt über dem ganz und gar nicht kommerzialisierten Kulturfreiland: es liegt so zwischen den Gleisen, dass es einen Inselcharakter entwickelt hat, der sich deutlich von geordneten Kulturverhältnissen einer typischen Kunstmeile unterscheidet.
Die Workshops sind auf den ungewöhnlichen Ort abgestimmt, die Teilnehmer/innen werden in ihrer Auseinandersetzung mit der Kunst von der inspirierenden Umgebung profitieren, auch wenn man hier nicht auf gepolsterten Stühlen sitzen kann — oder gerade deswegen. Die Sommerakademie Bremen findet unter dem einen großen Dach der Gleishallen statt, die der Öffentlichkeit z.B. durch den Kunstfrühling vertraut sind. Am alten Bahngleis, in den weißen Ausstellungskojen, vor dem alten Rolltor oder auf der großen Ladeplattform — es findet sich für jeden Workshop ein geeigneter Platz, um in Ruhe arbeiten zu können. Blickachsen und Schnittstellen der Wege verbinden die Workshops in der räumlichen Großzügigkeit der Hallen.
Das Gelände befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, Bürgerpark und zur Innenstadt. Parkplätze gibt es vor Ort und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm: Café mit Mittagstisch, Ausführungen zur Kunst, Atelierrundgänge, Seminare und Vorträge …

/Die Veranstalter
Die Sommerakademie Bremen wird seit 19 Jahren vom Kunsthaus KUBO veranstaltet

/Die Workshops 2016
12 Workshops Bildende Kunst
Martina Becker / VON RENTNERPINK BIS KIRSCHGRÜN – Farbe Konzept Installation /// H. Johann Behrends / KRAFTWERK STEIN – Steinbildhauerei /// Paulina Cortés / CAPTURE TIME – Videokunst /// Anja Fußbach / WILDWECHSEL – Material Objekt Mixed Media // Claus Haensel / ZUERST DIE PRAXIS DANN PICASSO – Zeichnerische Grundlagen zur menschlichen Figur /// Markus Keuler / BEITEL SONNENSCHEIN – Holzbildhauerei /// Manfred Kirschner / HIER SEIN DASEIN – Performance /// Annika Nagel / DAS HAT DIE WELT NOCH NICHT GESEHEN – Fotografie /// Doris Weinberger / VON DENKRÄUMEN UND RAUMBILDEN – Rauminstallation & Intervention /// Hermanus Westendorp / WIE GEHTS WIE STEHTS – Praxisworkshop künstlerische Strategien /// Sabine Wewer / BELLE ALLIANCE – Malerei // 3BDruck Felix Dreesen & Leonard Rokita / PRINT AS YOU ARE! – Siebdruck

+ Öffentliches Kulturabendprogramm, Café, Präsentation

Öffentliche Präsentation 19. Sommerakademie Bremen 2016

Öffentliche Präsentation
19. Sommerakademie Bremen 2016

Pausenoase auf der 19. Sommerakademie Bremen 2016

Pausenoase auf der 19. Sommerakademie Bremen 2016

Malereiworkshop BELLE ALLIANCE 19. Sommerakademie Bremen 2016

Malereiworkshop BELLE ALLIANCE
19. Sommerakademie Bremen 2016

Malereinworkshop BELLE ALLIANCE 19. Sommerakademie Bremen 2016

Malereinworkshop BELLE ALLIANCE
19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

WIE GEHT'S WIE STEHT'S - Praxisworkshop künstlerische Strategien 19. Sommerakademie Bremen 2016

WIE GEHT’S WIE STEHT’S – Praxisworkshop künstlerische Strategien
19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

WIE GEHT'S WIE STEHT'S - Praxisworkshop künstlerische Strategien 19. Sommerakademie Bremen 2016

WIE GEHT’S WIE STEHT’S – Praxisworkshop künstlerische Strategien
19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

WIE GEHT'S WIE STEHT'S - Praxisworkshop künstlerische Strategien 19. Sommerakademie Bremen 2016

WIE GEHT’S WIE STEHT’S – Praxisworkshop künstlerische Strategien
19. Sommerakademie Bremen 2016

WIE GEHT'S WIE STEHT'S - Praxisworkshop künstlerische Strategien 19. Sommerakademie Bremen 2016

WIE GEHT’S WIE STEHT’S – Praxisworkshop künstlerische Strategien
19. Sommerakademie Bremen 2016

HIER SEIN DASEIN - Performance 19. Sommerakademie Bremen 2016

HIER SEIN DASEIN – Performance
19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

HIER SEIN DASEIN - Performance 19. Sommerakademie Bremen 2016

HIER SEIN DASEIN – Performance
19. Sommerakademie Bremen 2016

WILDWECHSEL - Plastik & Installation 19. Sommerakademie Bremen 2016

WILDWECHSEL – Plastik & Installation
19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

WILDWECHSEL - Plastik & Installation 19. Sommerakademie Bremen 2016

WILDWECHSEL – Plastik & Installation
19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

WILDWECHSEL - Plastik & Installation 19. Sommerakademie Bremen 2016

WILDWECHSEL – Plastik & Installation
19. Sommerakademie Bremen 2016

BEITEL SONNENSCHEIN - Holzbildhauerei 19. Sommerakademie Bremen 2016

BEITEL SONNENSCHEIN – Holzbildhauerei
19. Sommerakademie Bremen 2016

BEITEL SONNENSCHEIN - Holzbildhauerei 19. Sommerakademie Bremen 2016

BEITEL SONNENSCHEIN – Holzbildhauerei
19. Sommerakademie Bremen 2016

BEITEL SONNENSCHEIN - Holzbildhauerei 19. Sommerakademie Bremen 2016 Artwork: Uli Graf-Nottrodt

BEITEL SONNENSCHEIN – Holzbildhauerei
19. Sommerakademie Bremen 2016
Artwork: Uli Graf-Nottrodt

19. Sommerakademie Bremen 2016

19. Sommerakademie Bremen 2016

„Ordnung – ein Muß?“ Seminar mit praktischen Übungen, Lehrfilm und Ausklang 19. Sommerakademie Bremen 2016

„Ordnung – ein Muß?“ Seminar mit praktischen Übungen, Lehrfilm und Ausklang
19. Sommerakademie Bremen 2016

„Ordnung – ein Muß?“ Seminar mit praktischen Übungen, Lehrfilm und Ausklang 19. Sommerakademie Bremen 2016

„Ordnung – ein Muß?“ Seminar mit praktischen Übungen, Lehrfilm und Ausklang
19. Sommerakademie Bremen 2016

Vortrag „When I wake up in the morning, this is what I see – Über das Können in der Kunst“ 19. Sommerakademie Bremen 2016

Vortrag „When I wake up in the morning, this is what I see – Über das Können in der Kunst“
19. Sommerakademie Bremen 2016

Seminar „Vocal Interplay“ Vocale Improvisation 19. Sommerakademie Bremen 2016

Seminar „Vocal Interplay“ Vocale Improvisation
19. Sommerakademie Bremen 2016

Jugendworkshop "Der sprechende Pinsel - chinesische Tuschemalerei" 19. Sommerakademie Bremen 2016

Jugendworkshop „Der sprechende Pinsel – chinesische Tuschemalerei“
19. Sommerakademie Bremen 2016

Jugendworkshop"Mural Art" 19. Sommerakademie Bremen 2016

Jugendworkshop“Mural Art“
19. Sommerakademie Bremen 2016

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/Die Workshops 2016

01 / Von Rentnerpink und Kirschgrün

GOLD_Dortmund_2011

Foto © Hannes Woidich

FARBE / KONZEPT / INSTALLATION

Mit Martina Becker

Im Workshop der Sommerakademie wird die Farbe an sich zu Wort kommen. Sie kann einen großen Raum erobern, sich in Objekten manifestieren oder als Text in der Vorstellungswelt wuchern. Farbe kann auf der Straße gesammelt, aus Stoffen zusammengesetzt, als Projektion oder klassisch auf Flächen erscheinen. In diesem Workshop lässt man sich auf die Farbe als aktives, raumgreifendes Element ein. Farbe im Raum kann zu Erlebnissen führen: ob zartes Bonbonschwarz, Leberwurstmetallic oder Grün, das wie Sand zwischen den Zähnen knirscht. Was entsteht? Vielleicht feiern wir eine Farbparty in den buntesten Grautönen – oder jedes Gelb, das zu finden ist, wird eingesammelt, fotografiert und katalogisiert. Oder es wird den ungeliebten Beige-Tönen mit ihren sämtlichen Schattierungen ein eigener Altar gebaut – Yves Klein hat sein künstlerisches Leben einer einzigen Farbe gewidmet… Kunstneulinge sowie Fortgeschrittene sind herzlich willkommen.

Materialkosten: 35 Euro. Am ersten Tag wird besprochen, was mitgebracht werden soll.

Der Worskhop kann auch als einwöchiger Kurs (erste Woche) belegt werden – Anfragen bitte telefonisch oder per Email.

Martina Becker führt als Künstlerin seit langem künstlerisch-partizipatorische Projekte durch. Thematisch geht es in diesen Projekten z.B. um gesellschaftliche Phänomene oder Stadt/ Natur und Umwelt (Upcycling). Auch wird darin untersucht, wie eine weitreichende und eigenverantwortliche Beteiligung von NichtkünstlerInnen an professionellen Projekten bei hoher künstlerischer Qualität möglich ist. Neben diesen Projekten/ Installationen arbeitet Becker mit Objekten, Zeichnung und Fotografie. Oft spielt die Farbe in ihren Arbeiten eine besondere Rolle –

wie in den Installationen “G.O.L.D.“, “greenhouse“ oder “extrem weisssichtig“.Bei G.O.L.D. (durchgeführt in Berlin-Neukölln, Berlin-Wedding, Bremen, Nürnberg und Dortmund) beherrscht die symbolisch mit Ruhm, Reichtum, Ideal und Pracht aufgeladene Farbe den Raum. Es werden mitgebrachte Gegenstände in gemeinsamer Aktion von BesucherInnen in die Sprache der Kunst transformiert. Die Goldobjekte werden versteigert und gelangen wieder in den Kreislauf von Geben und Nehmen, von Wertschätzung und Nichtbeachtung.


Martina Becker | geb. 1964 in Großburgwedel. Meisterschülerin HBK Braunschweig / Freie Kunst. Lebt in Berlin. Zahlreiche Ausstellungen und Projekte. Seit vielen Jahren Dozentin der Sommerakademie Bremen.
www.martinabecker.de

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02 / Kraftwerk Stein

Steinskulptur

Landschaftstisch Foto © Behrends

STEINBILDHAUEREI

Mit H. Johann Behrends

Der Workshop bietet zwei Wochen Zeit sich auf das Material und dessen künstlerische Bearbeitung einzulassen. Gearbeitet wird mit einem 35 kg bis max. 50 kg schweren Sandstein (Bruchstein). Das Thema wird selbst gewählt, lockere Skizzen und Tonmodelle helfen bei der Formfindung und führen zu einem inhaltlichen Einstieg in die erste Phase der Steinbearbeitung. Bestandteile des Workshops sind die Einführung in die richtige Handhabung der Werkzeuge (Fäustel und Meißel) und handwerkliche Tipps, der Austausch zum Thema Steinskulptur in Bezug auf die aktuelle Kunst sowie Einzel- und Gruppengespräche zur Klärung der eigenen künstlerischen Position. Maschinen (Flex u.ä.) kommen nicht zum Einsatz. Der Kurs ist für AnfängerInnen und Fortgeschrittene geeignet.

Bitte mitbringen: festes Schuhwerk, Plastikschutzbrille, Arbeitshandschuhe, ggf. Werkzeuge für Sandsteine, Zeichenpapier u. Stifte.

Materialkosten: ca. 35 Euro. Professionelles Werkzeug kann für 25 Euro für die gesamte Kursdauer ausgeliehen werden.

 

Seit Anfang der 90er Jahre arbeitet Johann Behrends künstlerisch mit den Materialien Stein, Holz und Ton. Bei der 2002 fertiggestellten Steinskulptur Landschaftstisch hat er die Materialien Sandstein und Porphyr zu vertikalen und horizontalen Kraftausrichtungen zusammengefasst. Die Steinskulptur wurde aus einzelnen Teilen zu einem Ganzen zusammengefügt (additive Methode). Der Steincharakter soll durch die Bearbeitung nicht gänzlich aufgehoben werden, sondern das Wechselspiel zwischen der Schwere des Materials und deren inhaltlichen Gestaltungsmöglichkeiten wird erhalten. Ob figürlich oder abstrakt spielt eine untergeordnete Rolle.

Wichtig für Behrends ist, dass die genuine Idee realisiert wird und dabei die Kraft des Ausdrucks in der Skulptur erkennbar bleibt. „H. Johann Behrends Landschaftstisch zeigt eine schwere unregelmäßig bearbeitete Sandsteinplatte, die von sie durchstoßenden Porphyrstelen gehalten wird. Wirklich wie ein urwüchsiges Zeichen steht dieser hohe Tisch in der Landschaft, die Waagerechte des Wassers und des umgebenden Landes betonend und doch auffallend und konsequent zugleich […].“ Dr. Hans-Georg Sehrt, Internationales Stein-Bildhauersymposium Schönebeck/Elbe, 2002, Katalogauszug.


H. Johann Behrends | geb. 1950. 1984 Diplom Kunstpädagogik / Fachhochschule Ottersberg. 1991 Diplom Freie Kunst (Plastik) / HfK Bremen bei Prof. Bernd Altenstein. Seit den 90er Jahren freier Mitarbeiter im Kursbereich des Übersee-Museums Bremen, seit 2003 Dozent der Sommerakademie Bremen. Diverse Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. Lebt und arbeitet in Bremen.
www.johannbehrends.de

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03 / Capture Time

Still Stundenbuch Kubo2

Stundenbuch Foto © Cortés

VIDEOKUNST

Mit Paulina Cortés

Im Workshop wird das ästhetische und künstlerische Potential des Mediums Videofilm untersucht. Der Inhalt des Films wird erarbeitet genauso wie dessen Präsentationsform – eigene künstlerische Ideen können als kurze Filme, Videos oder Spots umgesetzt werden. Die Arbeit wird Gruppenübungen, Austausch unter den TeilnehmerInnen und die Entwicklung individueller Projekte beinhalten. Teamarbeit und konstruktiver Austausch sind gefragt. Generell sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Das Mitbringen eigener Technik (Laptop mit Schnittprogramm, ggf. Videokamera) ist wünschenswert. Bitte das Schnittprogramm Adobe Premiere oder Final Cut bereits installiert mitbringen. Sie können eine kostenfreie Testversion unter www.adobe.com herunterladen. Es können auch Geräte mit vorinstallierter Software gegen eine geringe Gebühr entliehen werden.

Materialkosten: 35 Euro + ggf. Leihgebühr für einzelne Geräte (30 Euro)

Die künstlerische Arbeit von Paulina Cortés ist häufig eine Kombination von Videos mit anderen Medien wie Fotografie, Objekt, Zeichnung oder Text. Sie projiziert z.B. in ihrer Arbeit „Stundenbuch“ eine Videoaufnahme auf ein leeres Buch – Text, Video und Aktion treten in einen Dialog und stimulieren die gewohnten Seh- und Aktionsmuster der BetrachterInnen neu. Oder man erkennt bei genauerem Hinsehen auf einer (scheinbar) fotografischen Abbildung eine kleine Bewegung, die auf eine Videoprojektion hinweist und

eine zeitliche Komponente bzw. Handlung sichtbar werden lässt.Inhaltliche Motive der Arbeiten sind oft einfache Handlungen, die auf performative Weise für das Video inszeniert werden: alltägliche Aktionen wie Springen, Liegen und Kriechen werden in reduzierter Ästhetik inszeniert und entfalten sich als Aktionen mit symbolischem Charakter. Die Arbeiten sind oftmals poetische Aussagen über das ‚Dasein‘ und ‚Sosein‘.

Paulina Cortés |2004 Kunststudium in Santiago de Chile. 2006 Aufbaustudium Kunstpädagogik/-therapie an der HKS Ottersberg. 2011 Gründung ‚Creaclic – kreative Medienpädagogik‘. Dokumentarfilme, künstlerische Projekte mit partizipatorischem Ansatz, freikünstlerische Arbeit. Einzelausstellung und Gruppenausstellungen. 2007 Kunstpreis Ottersberg. Lebt und arbeitet in Bremen.
www.paulinacortes.com

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04 / Wildwechsel

Serengeti_darf_nicht_sterben_Foto_Tobias Hübel_webformat

Serengeti darf nicht sterben Ausstellungsansicht, Städtische Galerie Bremen Foto © Tobias Hübel

PLASTIK UND INSTALLATION

Mit Anja Fußbach

Im Workshop „Wildwechsel“ geht es um die Entwicklung einer eigenen künstlerischen Idee und deren Umsetzung als Plastik, Installation oder Materialcollage. Alles, was die Idee nach vorne bringt kann verwendet werden: Mitgebrachtes, Gefundenes, Ausgedachtes. Neue Material-Kombinationen können durch nieten, kleben, nähen entstehen oder es wird mit Kabelbindern zusammengezogen, was eigentlich nicht zusammengehört: Dinge und Materialien werden für die eigenen Zwecke umgenutzt, um Plastiken oder Installationen von hoher persönlicher Aussagekraft zu schaffen. Themen und Inhalte können mitgebracht oder gemeinsam entwickelt werden. Anja Fußbach unterstützt den individuellen Entstehungsprozess mit professioneller Präzision, Improvisationstalent und handwerklichem Knowhow. AnfängerInnen und Fortgeschrittene sind willkommen.

Materialkosten: 35 Euro (im Einzelfall nach Absprache) + je nach Bedarf Leihgebühr Werkzeug/Maschinen.

Der Worskhop kann auch als einwöchiger (erste Woche) Kurs belegt werden – Anfragen bitte telefonisch oder per Email.

Seit mehr als 20 Jahren produziert die Künstlerin Anja Fußbach aus Alltagsmaterial, Schrott, Flohmarktfunden, Touristenkitsch und andern Absurditäten der Konsumgesellschaft ihre charakteristischen Figuren, Plastiken und Installationen. Dabei verwendet sie häufig Spielzeugfiguren, Masken oder alltägliche Gebrauchsgegenstände, die sie auseinander nimmt, zerschneidet oder als Materialcollage neu kombiniert. Als Inspirationsquelle dienen Fußbach menschliche Belange in all ihrer Relativität: sie spielt mit gesellschaftlichen Codes und Werten, auf die sie sich in ihren Arbeiten bezieht. Referenzen aus Pop- oder Trash-Kultur unterstreichen dieses Konzept. Die Arbeiten von Anja Fußbach reichen von performativer Aktion über Fotografie, Installation bis zur Stickerei. Ein Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit ist die freie Plastik.

In der Installation „Serengeti darf nicht sterben“ von 2014 zeigt sich diese Vorgehensweise sehr deutlich: sie besteht aus ca. 150 Einzelplastiken, die sich zusammenschließen und zu einer Art Prozessionszug oder Demonstration verdichten. Die Materialität der Einzelnen geht auch in der Masse nicht unter. Aus Karosserieblech geschweißte, mit Styropor gefüllte Pferde, motorradbehelmte Reiterinnen – aus alten Bauschaum befüllten Arbeitsklamotten – halten die Zügel fest in der Hand. In der Masse sprechen die Figuren von Ausgrenzung und Selbstbehauptung, von Aufstehen und Stehenbleiben. Sie prozessieren gegen das Aussortieren und für Freiheit. Die geballte Ausdruckskraft und Patina des Materials ist ein Plädoyer des Individualismus.

Anja Fußbach | 1965 geboren in Soltau, 1989 lebt und arbeitet in Bremen, 1991 freie Künstlerin mit regelmäßigen Ausstellungsbetrieb im In- und Ausland, seit 2015 Dozentin der Sommerakademie Bremen.
www.anjafussbach.com

facebook: Anja Fussbach

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05 / Zuerst die Praxis – dann Picasso

weiblicherZivilisationskopf

Weiblicher Zivilisationskopf Foto © Haensel

ZEICHNERISCHE GRUNDLAGEN ZUR MENSCHLICHEN FIGUR

Mit Claus Haensel

Im Workshop werden die zeichnerischen Grundlagen über das (kleine) 1×1 der Künstleranatomie vermittelt: Akt, Portrait, Figur. Gezeichnet wird nach Modell. Vermeintliche akademische Perfektion ist zweitrangig – im Fokus stehen Sehen und Verstehen – Zeichnen heißt Erkennen. Begleitet werden die praktischen Übungen und Aufgabenstellungen durch Beispiele aus der Kunstgeschichte. Claus Haensel begleitet jede/n TeilnehmerIn individuell, die Ergebnisse werden in Gruppenbesprechungen diskutiert. Willkommen sind AnfängerInnen und Fortgeschrittene.

Material- und Modellkosten: 75 Euro

Claus Haensel ist Maler, Fotograf und Zeichner. Diese Bereiche der Bildenden Kunst bereichern sich in seinem Werk gegenseitig. Sujet seiner oft großformatigen Bilder sind Frauen, Architektur und Landschaft. Zeichnerisch kommt er aus der klassischen Schule Gottfried Bammes, bei dem Haensel Meisterschüler im Fachbereich Künstleranatomie in Dresden war. Nach der Emeritierung Bammes hat er z.T. dessen Veranstaltungen an Hoch- oder Fachschulen übernommen.

Haensel erweiterte künstlerisch seine Formulierungen zur menschlichen Figur, jedoch ohne deren Intaktheit in Frage zu stellen.
Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner, Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) über „Weiblicher Zivilisationskopf“: „In den großformatigen Zeichnungen und Malereien auf Papier, zeigt Haensel den Bruch zwischen Mensch und Natur – Körperlichkeit und kultureller Konstruktion des Leiblichen.“.


Claus Haensel | Studium an der Fakultät für Bildende Kunst Dresden sowie Hochschule für Bildende Künste Dresden – Fachbereiche Grafik und Wandmalerei, parallel dazu Künstleranatomie bei Gottfried Bammes, dort Meisterschüler. Ab 1968 postgradual am Institut für Architektur und Baugebundene Kunst in Berlin Weissensee. Seit 1984 lebt und arbeitet Haensel in Bremen. Ausstellungen im In- und Ausland, Teilnahme an Biennalen/Triennalen für Handzeichnungen und Druckgrafik. Baugebundene Aufträge DDR und Bundesrepublik. Seine Arbeiten sind im Besitz von Museen in Deutschland und im Ausland. Claus Haensel ist Mitinitiator der Sommerakademie Bremen.

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06 / Beitel Sonnenschein

Kleiner Riese Foto© Keuler

HOLZBILDHAUEREI

Mit Markus Keuler

Im Workshop der Sommerakademie Bremen kann in Kooperation mit Markus Keuler die eigene Vorstellungen einer Holzskulptur entwickelt und umgesetzt werden – ob figürlich oder abstrakt. Es steht eine Auswahl an Holzstämmen (verschiedene Größen und Holzarten) und Arbeitsmaterialien zur Verfügung, professionelles Werkzeug gibt es vor Ort. Keuler unterstützt den individuellen Entstehungsprozess von der Ideenfindung, der Skizze und dem Umsetzen der Holzskulptur in Einzel- und Gruppengesprächen. Es stehen zwei intensive Arbeitswochen zur Verfügung, um den individuellen Weg zwischen Improvisation und Planung zu finden und die plastische und räumliche Vorstellungskraft an der Wirklichkeit des Holzes zu messen. Kunstneulinge sowie Fortgeschrittene sind herzlich willkommen.

Materialkosten: 40 Euro

Markus Keuler arbeitet seit vielen Jahren an figürlichen Skulpturen, die dem Betrachter mit starker körperlicher Präsenz begegnen. Ihr intensiver, manchmal wesenhafter Ausdruck steht dabei in Kontrast zu der starken Vereinfachung der Formen und der groben Bearbeitung des Holzes. Sein Vorgehen beschreibt Keuler als dauerndes Aufräumen im Durcheinander: ordnen, zusammenfassen und Überflüssiges wegschlagen sind für ihn genauso wichtig wie das Entstehen eines neuerlichen Durcheinanders, das die bisherigen Lösungen wieder in Frage stellt.

Gerade bei den jüngeren Arbeiten wird ersichtlich, dass die entstehenden Ordnungsmodelle immer Versuchscharakter behalten: hier werden vermeintlich fertige Arbeiten, die aus einem Stück entstanden sind, wieder geöffnet und Teile eingesetzt. Oder aber Keuler baut, wie beim „Kleinen Riesen“, eine Arbeit ohne skulpturalen Kern vorwiegend aus Holzresten zusammen. Auf diese Weise und in Verbindung damit, dass seine Skulpturen eine physiognomische Ähnlichkeit zu Menschen mit Down-Syndrom aufweisen, entstehen ganz eigenständige Arbeiten, die uns als Anregung zur Überprüfung unserer konventionellen Sichtweise begegnen.

Markus Keuler | geb 1969, Ausbildung zum Tischler, 2007 Meisterschüler HfK Bremen / Prof. Altenstein, seit 2007 Lehrtätigkeit u.a. Gerhard-Marcks-Haus Bremen, lebt und arbeitet in Bremen. Seit vielen Jahren Dozent der Sommerakademie Bremen.
www.markus-keuler.de

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07 / Hier sein – DASEIN

tanz

Tanz der Schneeflocken, Performance 2005, Foto © U. Pagenkemper

PERFORMANCE

Mit Manfred Kirschner

Ausgehend von meditativen Techniken von Wahrnehmung und Präsenz werden darauf aufbauend der Körper, die Bewegung, die Stimme und so die Handlung als Akte der Performance entwickelt, in denen man sich formulieren mag. Im Weiteren arbeiten wir mit persönlichen Materialien, die den anderen TeilnehmerInnen Zusammenhänge und Beziehungen übermitteln und die Performance zu einem lebendigen Ganzen verbinden.

Materialkosten: 15 Euro

Der Worskhop kann auch als einwöchiger Kurs (erste Woche) belegt werden – Anfragen bitte telefonisch oder per Email.

Manfred Kirschner besitzt ein ebenso vielseitiges wie humorvolles Oeuvre. In seinem dem poststrukturalistischen Ansatz verpflichteten Schaffen, bietet er Verbindungen zwischen Malerei, Objekt, Collage, Installation, Performances und Musik, die immer auch um das eigene persönliche Selbst und unserer Sein handeln. Kunst ist hier ebenso eine kritische Stimme wie auch lustvolles Mittel des Menschen.

In seinen Performances arbeitet Kirschner häufig mit einzelnen Gegenständen, die mit Assoziationen und irritierenden Erwartungen die Choreografie der Handlung aufladen oder unterlaufen. Musik, Stimme und Text sind bei Kirschner ebenso Materialien, die den gegenwärtigen Moment thematisieren und den Blick des Zuschauers aufnehmen und spiegeln. So auch bei Tanz der Schneeflocke in der Städtischen Galerie Bremen aus dem Jahr 2005.

Manfred Kirschner | studierte bildende Kunst in Bremen, graduierte 1994 mit Diplom und war 1995 Meisterschüler bei Prof. Rolf Thiele. 2007 eröffnete er die Galerie Crystal Ball in Berlin, die er bis heute leitet. Kirschners Werk war bereits in nationalen, wie internationalen Ausstellungen vertreten. Lebt und arbeitet in Berlin.
www.manfredkirschner.de

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08 / Das hat die Welt noch nicht gesehen

BlackSummer_1_AnnikaNagel

Black Sunmer © Annika Nagel

FOTOGRAFIE

Mit Annika Nagel

Zentrale Arbeit im Workshop ist die Vertiefung des Sehens und Abbildens. Durch kurze Aufgaben und Übungen soll zunächst das genaue Hinschauen und der eigene Blick im Fokus stehen und trainiert werden. Mit frisch geschärften Auge wird dann jede/r TeilnehmerIn die eigene fotografische Arbeit weiterentwickeln und eine ganz individuelle Serie fotografieren. Bildbesprechungen mit der Künstlerin sowie in der Gruppe und individuelles Fotografieren wechseln sich ab. Positionen unterschiedlicher FotografInnen aus der Kunstgeschichte werden gemeinsam reflektiert und als Inspiration mit in den Prozess eingebunden. Fototechnik und Bildbearbeitung sind nicht Gegenstand des Workshops. Kunstneulinge sowie Fortgeschrittene sind gleichermaßen willkommen.

Materialkosten: 35 Euro

Annika Nagel arbeitet als freischaffende Fotografin. Neben diversen Assistenzen und Jobs u.a. in der Fotoproduktion oder als Fotografin bei einem Modelabel, arbeitet Sie immer auch an freien Projekten, realisiert eigene Ausstellung und Fotoworkshops. In ihrer eigenen fotografischen Arbeit beschäftigt Nagel sich vorwiegend mit dem Menschen. Hier wechselt sie zwischen angewandten Themen und frei künstlerischen Arbeiten: ein Thema wird im Prozess und Wechselspiel

aus Bildern und Gedanken klar definiert, um am Ende einzig das Bild sprechen zu lassen. Für Annika Nagel ist es ein Ziel der Fotografie, wenn Inhalt und Emotion gleichermaßen in Bildern transportiert werden. Ihre Arbeit Black Summer beschäftigt sich mit Zwängen, Regeln und Unterdrückung durch die Kirche. Die Serie bewegt sich an den Grenzen zwischen Inszenierung, Mode– und Reportagefotografie.

Annika Nagel | geb. 1986 in Hamburg. 2013 Diplom HfK Bremen /Integriertes Design, Schwerpunkt Fotografie. Lebt und arbeitet als Freelancerin in Berlin. Diverse Ausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Projekte. Seit 2015 Dozentin der Sommerakademie Bremen.
www.annikanagel.com

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09 / Von Denkräumen und Raumbildern

Kiosk II Foto©EdwardBeierle

Kiosk II Foto © Edward Beierle

RAUMINSTALLATION UND INTERVENTION

Mit Doris Weinberger

Im Workshop analysieren wir mit künstlerischen Methoden die Ist-Situation in den Gleishallen und Umzu. Impulse werden spielerisch in Material, Experiment und Gespräch umgesetzt, welche als Basis für die eigene Rauminstallation, Raumskulptur und/oder ein Raummodell dienen. Alle Ergebnisse werden unter Betrachtung zeitgenössischer Beispiele in der Kunst im gemeinsamen Diskurs reflektiert, präsentiert und dokumentiert. Kunstneulinge sowie Fortgeschrittene sind herzlich willkommen.

Materialkosten: 35 Euro

Der Worskhop kann auch als einwöchiger Kurs (erste Woche) belegt werden – Anfragen bitte telefonisch oder per Email.

Doris Weinberger untersucht in ihrer künstlerischen Arbeit spezifische Situations- oder Raumgefüge. Bestandteil und wichtiger Inhalt aller Arbeiten ist immer der Bezug auf den Kontext (Anlass, Ort, Raum), die Form bzw. das Medium (Installation, Skulptur, Aktion, Video) sowie auch die Dokumentation und Publikation. Typischerweise finden sich ihre Arbeiten nicht nur im klassischen Ausstellungskontext, sondern auch im Theater- und Stadtraum. Weinberger arbeitet in multipler Autorenschaft mit Laien, SpezialistInnen und BetrachterInnen, welche in ungewöhnlichen Räumen mit überraschenden Spielregeln agieren, wie bspw. in der Interaktion/Installationsreihe Kiosk.

„Doris Weinberger bietet in ihrem eigens für den Münchner Hauptbahnhof entwickelten Kiosk II statt üblicher Konsumprodukte Wünsche und Bedürfnisse an. Jede/r Passant/in kann diese kleinen Geschichten und Statements, die in Konsumgütern wie Zigarettenschachteln oder Getränkeflaschen stecken, erwerben. Allerdings nicht käuflich – sondern nur im Tausch gegen einen eigenen Wunsch oder ein eigenes Bedürfnis.“ Text Bettina Beckert.

Doris Weinberger | lebt und arbeitet in Bremen sowie an vielen anderen Orten in nationalen und internationalen Projektzusammenhängen. Sie hält Workshops, Lehraufträge, Vorträge und lebt eine aktive Ausstellungs- und Interaktionspraxis im In- und Ausland. Seit 2015 Dozentin der Sommerakademie Bremen.
http://www.raumfinder.wordpress.com
http://www.markkontext.wordpress.com
http://www.askyourtown.wordpress.com

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10 / Wie geht’s wie steht’s

Tableau VE Fischhandel

VE Fischhandel Abbildung © Hermanus Westendorp

PRAXISWORKSHOP KÜNSTLERISCHE STRATEGIEN

Mit Prof. Hermanus Westendorp

Der Workshop dreht sich um die künstlerische Umsetzung eigener Beobachtungen, Ideen, und Formate. Auf der Suche nach einer Haltung zur Kunst werden individuelle Wege und praktische Kunstätigkeit ausgelotet. Jede/r macht sich sein eigenes Bild von der Welt. Bei der Sommerakademie Bremen ist diese Welt der Güterbahnhof Bremen und dessen Umgebung. Die TeilnehmerInnen nehmen den Titel des Workshops beim Wort und beschäftigen sich mit allem, was „geht und steht“. Das können Menschen, Gegenstände, Räume oder Situationen sein. Die Beobachtungen werden festgehalten: skizziert, gezeichnet, gemalt, beschrieben oder fotografiert. Die Zwischen-/Ergebnisse werden individuell begleitet und in der Gruppe besprochen. Dabei werden sowohl die Arbeiten, als auch die für ihre Entstehung relevanten Kontexte und Verfahren erörtert. Beispiele aus der aktuellen Kunst begleiten die Besprechungen, um künstlerischen Strategien praktisch auf die Spur zu kommen und für die eigene Arbeit zu nutzen.

Benötigte Materialien: Alles worauf und womit sich zeichnen, malen oder schreiben lässt. Papier, Pappe, Notizbücher, Farbe, Farbstifte, Filzschreiber, Bleistifte usw.

Materialkosten: 15 Euro

Der Workshop kann auch als einwöchiger Kurs (erste Woche) belegt werden – Anfragen bitte telefonisch oder per Email.

Hermanus Westendorp malt, zeichnet und schreibt. Er ist davon überzeugt, dass Wirklichkeit eine Geschichte ist, die man sich selbst erzählt und dass Kunst für dieses Erzählen das geeignete Medium ist. Sein Werk umfasst zum einen großformatige ungegenständliche Malerei diverser Werkgruppen, die von den Möglichkeiten der Malerei als Medium der Oberfläche und Materialität handelt.

Zum anderen arbeitet Westendorp gegenständlich orientiert. Seine Arbeit „VE Fischhandel“gehört zur Werkgruppe „Stand der Dinge“. Auf kleinen Leinwänden oder Papieren erstellt Westendorp bildnerische Essays über ein im wahrsten Sinne des Wortes banales Thema. „VE Fischhandel“ ist auf Briefpapier eben dieses volkseigenen DDR Betriebs erstellt und befindet sich im Original in der Sammlung des Vitalen Archivs.

Prof. Hermanus Westendorp | geboren 1947 in Rotterdam, Niederlande. Studium der Freien Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart. Von 1987 bis 2013 Professur für Malerei an der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg bei Bremen. 2016 das erste Mal Dozent der Sommerakademie.Wohnt und arbeitet in Blender, Niedersachsen.
www.hermanus-westendorp.de

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11 / Belle Alliance

FotoSabineWewer

Belle Alliance © Sabine Wewer

MALEREI

Mit Sabine Wewer

Im Workshop wird die malerische Kombination von Abstraktem und Figurativem ausgelotet. Farbe, Licht und Schatten werden mit Techniken der Acryl- und Ölmalerei erforscht. Die genaue Beobachtung von Gegenständen, Landschaften oder Menschen wird in experimentelle malerische Studien eingebunden, die jeweils zur eigenen Bildsprache führen sollen, um individuelle Geschichten umsetzen zu können. AnfängerInnen und Fortgeschrittene sind willkommen.

Materialkosten: 60 Euro

In Sabine Wewers Gemälden ist die Grenze von Abstraktion und Figuration ebenso aufgehoben wie diejenige zwischen Wirklichkeit, Traum und Fiktion sowie von Malerei und Zeichnung. Viele Bildfindungen stehen in der Tradition des Surrealismus mit bilderrätselartigen Kombinationen z.B. aus Händen, Vögeln und filigranem Ornament vor kargen Bergkulissen. Diese erinnern an Landschaften von Magritte oder erzählen von den Reisen in ferne Länder des Grossvaters und anderer Männer aus der Familie, die zur See gefahren sind.

Sabine Wewer ist Meisterin des Geschichtenerzählens. Dies drückt sich in der Darstellung unbewohnter charismatischer Häuser, von Schiffen, von verschlungenem Wurzelwerk, Schlangen, Wölfen und Unterwasserlandschaften aus. Wewer kombiniert oft mehrere Erzählstränge wie Vignetten, die gegeneinander gesetzt werden, um so mystische Parallelwelten zu schaffen, in der Menschen schweben, Achterbahnen magische Bedeutung bekommen oder, wie in ihrer Arbeit „Belle Alliance“, Jugendliche mit Planeten spielen.


Sabine Wewer | geboren 1960 in Bremen. Lebt und arbeitet in Bremen, Heiligenrode-Stuhr und New York. Biografieauszüge: 1993-2004 Lehrauftrag für experimentelle Malerei an der Hochschule Hannover Kunst/Design, FB Freie Kunst, 2004-2007 Lehrauftrag / Professur für Malerei, Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg, FB Freie Kunst, 2008 Lehrauftrag an der Design-Factory Hamburg, 2015 Wohn/Arbeitsstipendium, Heinrich-Böll-Cottage, Achill Island, Heinrich Böll Association, Irland
www.sabine-wewer.de

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12 / Print as you are!

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Patches of Protest – Ausstellungs-Edition © Rokita, Dreesen 2013

SIEBDRUCK

Mit 3BDruck Felix Dreesen, Leonard Rokita

Die Dozenten werden für die Sommerakademie Bremen 2016 in den Gleishallen des Güterbahnhofes eine temporäre Siebdruckwerkstatt einrichten. Es sollen ausdrucksstarke Plakate als Kunstdrucke entstehen, die ein (artist-) Statement in Text/Bild-Form transportieren. Das Plakat dient dabei als Kommunikationsmedium, das sich der klassischen Bildsprachen aus Werbung und Pop Art bedienen darf. Dafür werden gemeinsam und in Einzelgesprächen mögliche Themengebiete oder konkrete Ideen besprochen und nach einer stimmigen Umsetzung gesucht. Willkommen sind AnfängerInnen und Fortgeschrittene.

Material-/ Werkstattkosten: 60 Euro

Felix Dreesen und Leonard Rokita arbeiten neben einer Reihe eigener künstlerischer und gestalterischer Projekte seit fast einem Jahrzehnt gemeinsam im Bereich des experimentellen und aktionsbezogenen Siebdrucks. Darin geht es ihnen immer darum, den Druckprozess an sich sichtbar zu machen bzw. mit dem gesamten Vorgang von der Siebherstellung bis zum fertigen Druck als künstlerische Aktionsform zu arbeiten. Seit 2012 betreiben sie eine im kollektiv geführte Siebdruckwerkstatt in Bremen: 3BDruck. Ihre Werkstatt beruht auf der Idee der strukturellen und ökonomischen Nachahmbarkeit: es geht ihnen weniger um die eigene Perfektionierung als Kunstdrucker, als um die Anstiftung zur freiwilligen Selbstausbildung Dritter. Weniger um größtmögliche Professionalisierung bei der Einrichtung der eigenen Druckwerkstatt, mehr darum, einen zugänglichen Raum für Interessierte zu schaffen. Dreesen und Rokita errichten temporäre Siebdruck-Werkstätten oder entwickeln fahrbare Druckstationen für Kunst- und Kultur-Veranstaltungen.

Das hier abgebildete Siebdruckplakat erschien im Jahr 2013 als Poster-Edition im Rahmen der Ausstellung “Patches of Protest”, welche die Proteste rund um den Istanbuler Gezi-Park thematisierte. Es zeigt eine von Rokita aufgenommene Fotografie vom Ort des Geschehens. Dreesen überarbeitete diese mit digitalen und analogen Mitteln und legt dabei den Fokus auf die in der Abbildung gezeigten Umleitungsschilder als Symbol eines staatlichen Ordnungsversuches innerhalb der Proteste. Der Wegweiser wurde um die Parole „bizim” – türkisch für ”unser“ (eine Parole zur Platzbesetzung) ergänzt. In diesem Plakat wird so praktisch und symbolisch eine Ebene von der anderen überschrieben, wie auch innerhalb der Proteste immer wieder eine Seite versuchte die Andere für sich einzunehmen.

Felix Dreesen |geb. 1987 in Bremen. Studiert seit 2008 an der Hochschule für Künste in Bremen mit dem Schwerpunkt Denken als Körper, Gestalt, Form, Formation. 2007 Mitbegründer des Siebdruck-Kollektivs BBB. Seit 2015 Dozent für Siebdruck der Bremer Sommerakademie.

Leonard Rokita |geb. 1987 in Bremen. Studierte Integriertes Design mit dem Schwerpunkt Kommunikationsgestaltung an der Hochschule für Künste in Bremen. 2007 Mitbegründer des Siebdruck-Kollektivs BBB. Leitet seit einigen Jahren Workshops . Seit 2015 Dozent für Siebdruck der Bremer Sommerakademie.
www.leonardrokita.de

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/NEBENHER UND MITTENDRIN

Lütt logo

Kommunikatives Herzstück in den Gleishallen ist das CAFÉ mit kulinarischem Angebot, 2016 geführt von lüüt/kook/huus. Snacks, hausgemachte Limonade und guter Kaffee für Zwischendurch und zum Abendprogramm Brause, Bier oder Bordeaux! Zwischen 12:30 und 14:00 Uhr gibt es einen leckeren Mittagstisch: lüüt/kook/huus kochen auf der Sommerakakademie Bremen vegan, vegetarisch und/oder fleischig – hauptsache frisch und lecker. Preis ca. 6 bis 8 Euro – mit der Picknick-Pauschale sogar nur 5€ (siehe Anmeldung)! Küche und Konzept kommen von Ari, Basti, Claudia und Daniel, die als lüüt/kook/huus ihren Foodtruck auf der Sommerakademie Bremen parken.

Die Erfrischung nach dem Mittag bietet Musikerin Gabriele Hasler mit ihrem akkutischen Tauchbad: „Täglichkeiten“ Solokonzert von Gabriele Hasler täglich jeweils 13:15 bis 13:45 Uhr.

Manchmal hilft auch ein Powernap, eine Runde Tischtennis oder ein Schwung in die Höhe der Hallen, um die eigene künstlerische Arbeit voran zu bringen: Schaukel, Liegestühle am Kunststrand, Tischtennisplatte und mehr stehen bereit.

/DIE SOMMERSAUSE
Am Freitag 01.07.2016 feiern wir ab 19 Uhr SOMMERSAUSE – das heitere Bergfest für TeilnehmerInnen und WorkshopleiterInnen mit Sundowner, Picknick und Musik. Ein Abend zum Kennenlernen, Austauschen, Tanzen und Entspannen.

/DIE PRÄSENTATION
Zum Abschluss der intensiven Arbeitszeit gibt es eine Präsentation der entstandenen Werke im Sinne einer Sichtbarmachung der zurückliegenden Arbeitsprozesse. Die Werkschau findet am Freitag, 08.07.16 von 15 bis 18 Uhr statt. Die Präsentation wird von den Dozenten/innen gemeinsam mit den Teilnehmer/innen ausgerichtet. Gäste der Ausstellung sind Teilnehmer/innen sowie die dazu eingeladene Presse und Öffentlichkeit, die in einem gemeinsamen Rundgang die temporären Ateliers besuchen oder auf eigene Faust die Stimmung in den Gleishallen erleben können.

 

/DAS KULTURABENDBROT
Das öffentliche Kulturabendprogramm bereichert und inspiriert! Für alle, die Gedanken rund um Kunst ankurbeln, sich austauschen/mitteilen/nachfragen wollen, die Kunst und Kultur aktiv mitgestalten und auch mal entspannt auf sich wirken lassen wollen, um neue Impulse für das eigene künstlerische Tun geschenkt zu bekommen.
Begrenzte Plätze: Formlose Anmeldung per Email an box@sommerakademie-bremen.de oder telefonisch unter KUBO 76026.
Beitrag: 5 bis 10 Euro, für TeilnehmerInnen der Sommerakademie Bremen kostenfrei.

Täglich 13:15 bis 13:45 Uhr
Konzert „Täglichkeiten“ Solokonzert von Gabriele Hasler Stimme/Klangerzeugerin
Gabriele Haslers Experimente beleuchten die Möglichkeiten der Stimme bis in den letzten Winkel. Aus einzelnen Silben, Klängen, Tonfetzen wird spielerisch Musik. Dazu kommt Haslers Humor, mit dem sie ihre Forschungstätigkeit immer wieder erdet. Ihr Ausgangsmaterial findet sie im Alltäglichen.
www.gabrielehasler.de

Donnerstag 30.06.2016 17:30 bis 20 Uhr
Seminar „Ordnung – ein Muß?“ Seminar mit praktischen Übungen, Lehrfilm und Ausklang mit Gertrud Schleising
Ordnung ist eine preußische Tugend aber ist sie auch ein Muss? Albert Einsteins Behauptung provoziert:„Ordnung braucht nur der Dumme, das Genie beherrscht das Chaos.” Die TeilnehmerInnen lernen verschiedene Ordnungskriterien kennen und entwickeln in Einzel- und Gruppenarbeit eigene Ordnungsstrategien. „Heilge Ordnung, segenreiche Himmelstochter, die das Gleiche leicht und frei und freudig bindet“ aus: Die Glocke, von Friedrich Schiller.
www.gertrud-schleising.net

Dienstag 05.07.16 18 – 19:30 Uhr
Vortrag „When I wake up in the morning, this is what I see – Über das Können in der Kunst“ Vortrag von Hermanus Westendorp
Die Frage nach der Bedeutung des Könnens in der Kunst ist so alt wie aktuell. In seinem Vortrag behandelt Hermanus Westendorp anhand von Künstlerstatements und Beispielen aus der Kunst die vielfältigen Spielarten der Beziehungen zwischen beiden. Dabei erweist sich ein kleines englisches Kindergedicht als hilfreicher Bezugspunkt.
www.hermanus-westendorp.de

Mittwoch 06.07.16 18 bis 19:30 Uhr
Seminar „Vocal Interplay“ Vocale Improvisation mit Gabriele Hasler
Wie nutzen wir unsere Stimme eigentlich? Gabriele Hasler zeigt ein Spektrum, das Mut braucht, Spielfreude und Lust am Experimentieren. Mit einer gehörigen Portion Frechheit werden nicht nur Wohlklänge erzeugt. Und wie klingt die Gleishalle wenn viele Stimmen sie gemeinsam füllen?
www.gabrielehasler.de

Freitag 08.07.16 15 bis 18 Uhr
Öffentliche Präsentation mit Rundgang